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Sonntag, 12. April 2015

Plauen im Euphorie-Rausch zu klarem Sieg

Pre-Play-off: Plauen – Cannstatt 11:6 (3:3, 3:1, 3:1, 2:1)

Von Ralf Fischbach mit Michael Klein (Plauen) und Uwe Umbach (Stuttgart)
Plauens Linkshänder Peter Kartesi traf gegen Cannstatt dreimal und wurde "Spieler des Tages". Foto: Oliver Orgs

Plauens Linkshänder Peter Kartesi traf gegen Cannstatt dreimal und wurde „Spieler des Tages“. Foto: Oliver Orgs

Plauen/Stuttgart. Im ersten Pre-Play-Off-Spiel gegen den A-Ligisten SV Cannstatt präsentierte sich das Plauener DWL-B-Gruppen-Team in Höchstform. Vor den Augen des Plauener Oberbürgermeisters Ralf Oberdorfer schlugen die SVV-Wasserballer aus der Spitzenstadt den vermeintlichen Favoriten aus Stuttgart mit 11:6 (3:3, 3:1, 3:1, 2:1) Toren überraschend deutlich. Plauens gefürchteten Torjäger Peter Karteszi wurde mit drei Treffern „Spieler des Tages“.

Der SV Cannstadt mit Trainer Jürgen Rüdt steht damit vor den beiden Heimspielen am kommenden Wochenende im Sindelfinger Badezentrum schon erheblich unter Druck und muss nun mit zwei Siegen Kontern, sonst könnte nächsten Mittwoch schon der Abstieg in die B-Gruppe feststehen, wenn Plauen sein zweites Heispiel bestreutet und ebenfalls gewinnt. Erschwerend kommt hinzu, dass Simon Berce – einer der Cannstatter Stammspieler – nach einer Matchsperre für die erste Heimbegegnung gegen Plauen am kommenden Samstag gesperrt ist.

Obwohl die Schwaben mit hohen Ambitionen ins Vogtland gefahren waren, war nach dem ersten Viertel nur noch Plauen am Drücker und konnte den Vorsprung bis zum Schlusspfiff kontinuierlich ausbauen. „Das war unser bisher bestes Saisonspiel“, hob Plauens Trainer Jörg Neubauer dann auch hervor. Einen solchen Ausgang des ersten Vergleiches der beiden Mannschaften hätte auch er so nicht erwartet. Seine Schützlinge liegen damit in der „Best-of-five“-Serie gegen die Cannstatter mit 1:0 in Führung.

SVC-Trainer Jürgen Rüdt war nach dem Schlusspfiff sichtlich bedient. „Das war ein gebrauchter Tag“, bemühte er den Fußballer-Jargon. „Wir waren von Anfang an zu schwach, dazu noch die ungewohnte Kulisse und das außergewöhnlich warme Wasser, wir kamen in eine richtige Abwärtsspirale“, suchte Rüdt nach Erklärungen. Und Angreifer Jovan Radojevic ergänzte: „Ich weis auch nicht, was los war, wir fanden nie richtig ins Spiel. Vielleicht waren wir zu beeindruckt und haben Plauen nach soldiem Start ein bisschen unterschätzt.“

Dabei sah es im gut gefüllten Plauener Stadtbad vor rund 500 Fans zu Beginn nach einer Machtdemonstration der A-Ligisten aus. Schon im ersten Angriff der Begegnung markierten die Gäste durch einen präzisen Abschluss die 1:0-Führung, welche Cannstatt wenig später, per Überzahl, auf 2:0 erhöhte. Auch nach dem Plauener Anschlusstreffer durch SVV-Centerspieler und Ex-Cannstatter Christian Schubert, hielt Cannstatts Kapitän Marvin Thran die Hausherren mit seinem Treffer zum 3:1 eigentlich richtig gut in der Partie.

Allerdings zeigte sich daraufhin Plauens Defensive erneut von ihrer starken Seite und erschwerte es den Schwaben zunehmend, ihren Center zu bedienen oder aus der Ferne Zug auf das Tor zu finden. „Wir hatten große Probleme mit dem Center-Anspiel“, erklärte SVC-Coach Rüdt. Ihm war das Plauener Becken zu schmal. Dazu kamen noch eine Reihe individueller Abwehrfehler.

Im Gegenzug sorgte Plauens schussstarke SVV-Kapitän Alexander Fritzsch noch vor der ersten Viertelpause für Gleichstand zum 3:3. Im Wasser, wie auch auf den Rängen, schien man die große Chance zu wittern, denn die Neubauer-Schützlinge bewegten sich nun mit ihren Gegnern auf Augenhöhe. Die Fans, durch den Verein mit Klatschpappen ausgerüstet, trieben nach dem Wiederanpfiff ihren SVV weiter lautstark voran und sollten auch schon bald die erste Plauener Führung bejubeln können.

Wieder traf Center Christian Schubert, gefolgt von einer, für Cannstatts Keeper Florian Pirzer unvorhersehbaren Passverlängerung durch Plauens gefürchteten Torjäger Peter Karteszi. Der treffsichere Ungar brachte den Ball noch zwei weitere Male im gegnerischen Gehäuse unter, seine Spielleistung belohnten die Offiziellen mit dem Titel „Spieler des Tages“. Nachdem die Gäste aus Schwaben einen Moment der Unachtsamkeit in der Plauener Verteidigung zum Anschluss zu nutzen wusste, baute Rückraumschütze Stepan Rezek die Führung der Spitzenstädter zum 6:4 aus.

Währenddessen wehrte die SVV-Verteidigung den Cannstatter Angriff recht konsequent ab, in brenzligen Situationen war Schlussmann Mihaly Peterfy zur Stelle. „In den ersten Spielminuten dachten wir uns schon hoffentlich schießen sie uns nicht ab, doch dann schlug das Spiel auf einmal komplett um, Mihaly hielt fast jeden Ball, wir nutzten unsere Torchancen konsequent und das Feeling in der Halle war ein weiteres Mal einfach unbeschreiblich“, war Kapitän Alexander Fritzsch mehr als nur zufrieden.

Plauen war nun am Drücker und spielte befreit auf, während die Gäste aus dem Süden der Republik das Spiel überraschend immer mehr entglitt. In der Schlussphase schien es sogar, als bei den Vogtländern eine leichte konditionelle Überlegenheit zu beobachten. Zudem musste Cannstatts Nummer Neun, Simon Berce, aufgrund einer Meinungsverschiedenheit mit Schiedsrichter Marc Zirzow, das Wasser vorzeitig verlassen und ist damit für die kommende Partie am Samstag gesperrt. Den krönenden Abschlusstreffer zum 11:6 Heimsieg lieferte nochmals Stepan Rezek, diesmal aus zehn Metern Torentfernung.

„Es ist genau das eingetreten, was wir uns insgeheim erhofft haben“, freut sich Neubauer über den Überraschungssieg der Mannschaft. „Ob Über- oder Unterzahl, Angriff oder Verteidigung, heute war einfach alles stimmig. Als wir uns den Vorsprung erarbeitet hatten, agierten wir abgeklärt und verspielten unsere Chancen nicht leichtfertig. Auf allen Positionen arbeiteten wir nahezu durchweg konzentriert“, so das positive Resümee des Coachs. Der Gegner sei nun keine große Unbekannte mehr, was natürlich auch im Umkehrschluss gelte, doch wolle man auch auswärts an diese hervorragende Leistung anknüpfen, so Neubauer.

Alexander Fritzsch erhofft sich ebenfalls eine Chance in Sindelfingen: „Wir hatten noch nie zuvor gegen die Cannstatter gespielt, der Respekt vor dem A-Ligisten war und ist auch immer noch sehr groß. Doch wir haben es geschafft, sie in Zugzwang zu bringen, wenn wir nur eins der beiden kommenden Spiele gewinnen würden, haben wir eine Chance für den Aufstieg.“ Dann wäre nämlich das vierte Spiel der Serie entscheidend, dieses wird am Mittwoch, den 22. April um 20 Uhr im Plauener Stadtbad ausgetragen.

Für die Cannstatter gibt es in der kommenden Woche einiges tun, soll gegen die Vogtländer die Viertelfinal-Qualifikation und der Verbleib in der A-Gruppe gelingen. Das wird aber angesichts der Sperrung des Inselbads nun deutlich schwerer. Die Cannstatter tingeln einmal mehr durch die Schwimmbäder des Großraums Stuttgart um wenigstens ein paar Minuten Wasserzeit zu bekommen. „Wir sind auf den Goodwill unserer benachbarten Vereine angewiesen“, stöhnt Rüdt über die großen Probleme.

Abgelegt in: Aktuelles/News

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