• pic1
  • pic2
  • pic3
  • pic4
  • pic5
  • pic6
  • pic7
  • pic8
  • pic9
  • pic10

LIVE TICKER

Letzte Nachricht
vor 
0 Minute
  •  

Der Live Ticker aktualisiert sich ca. alle 5 Sekunden von selber. Es muss nicht die ganze Seite aktualisiert werden.
Freitag, 27. Februar 2015

Die Rückkehr einer Wasserball-Legende

Fina-Funktionär Nicolae Firoiu: „Es war ein großartiger Abend“

Von Mario Schmidt (Freie Presse) erschienen am 27.02.2015 © Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG

Chemnitz/Düsseldorf. Als Vertreter des Welt-Schwimmverbandes ist Nicolae Firoiu anlässlich des Weltliga-Spiels zwischen Deutschland und Spanien in Chemnitz zu Gast gewesen. Der gebürtige Rumäne hat viele Jahre als Wasserball-Bundestrainer gearbeitet – und 1962 zwei Spiele in Karl-Marx-Stadt bestritten.

Er kann sich noch gut an den Freund erinnern, der in Bukarest in der Nachbarschaft wohnte und Wasserball spielte. „In der Stadt war gerade eine neue Schwimmhalle eröffnet worden. Er fragte, ob ich nicht Lust hätte, mitzuspielen. Wir könnten uns nach dem Training auch warm duschen“, berichtet Nicolae Firoiu. Das war im Jahr 1952. Er begleitete seinen Freund in die Halle – hauptsächlich wegen der warmen Dusche, die Luxus gleichkam. Der damals 13-jährige Nicolae ahnte nicht, dass eine Liebe fürs Leben entstehen würde. Heute, 63 Jahre später, ist der gebürtige Rumäne dem Wasserballsport immer noch aufs Engste verbunden.

In dieser Woche war Firoiu anlässlich des vom Schwimm-Club ausgerichteten Weltliga-Spiels der Frauen zwischen Deutschland und Spanien in Chemnitz zu Gast. Als Vertreter des Welt-Schwimmverbandes Fina hatte er darauf zu achten, dass die Partie entsprechend des Reglements über die Bühne geht. Der Aufenthalt war kurz: Seit gestern hält sich der 75-Jährige in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires auf, wo er Schulungen für Schiedsrichter des amerikanischen Kontinents leitet.

Vor der Abreise nahm sich die Wasserball-Legende noch Zeit für ein Treffen mit der „Freien Presse“. Firoiu berichtete, dass er 1962 in Karl-Marx-Stadt zu Gast war – als Spieler von Dinamo Bukarest. „Wir haben zwei Partien bestritten und beide gewonnen. Ich kann mich erinnern, dass das Wasser sehr kalt war, weil die Spiele in einem Freibad ausgetragen wurden“, sagte der gebürtige Rumäne, der seit 1960 bei allen Olympischen Sommerspielen als Aktiver, Trainer oder Funktionär dabei war. Zu den Details seiner Auftritte in Karl-Marx-Stadt konnte er nicht mehr viel sagen. Fioriu ist zu viel in der Welt herumgekommen.

Dafür erinnert sich Helmut Schorler noch gut an das Gastspiel von 1962. „Dinamo Bukarest ist damals im Reichsbahnbad in Hilbersdorf gegen die DDR-Nationalmannschaft und eine Eisenbahner-Auswahl angetreten“, erklärte Schorler, der 82 Wasserball-Länderspiele für die DDR bestritten hat. Er sei mit Nicolae Firoiu befreundet gewesen und hätte ihn diese Woche gern zum Welt- liga-Spiel wiedergesehen. Doch der inzwischen 87-jährige Chemnitzer konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Halle kommen.

Sein rumänischer Freund hatte nach seiner aktiven Laufbahn eine Trainerkarriere gestartet, die ihn auch in den Iran führte. 1974 seilte sich Fioriu in die Bundesrepublik ab. Und er sollte für immer in Deutschland bleiben. „Mehr als die Hälfte meines Lebens wohne ich nun schon hier“, sagte der Wahl-Düsseldorfer. Ein Denkmal setzte sich der Familienvater als Trainer des Männer-Nationalteams. Nach Angaben des Deutschen Schwimm-Verbandes führte er die Nationalmannschaft von 1976 bis 1988 und dann noch einmal von 1993 bis 1997 in insgesamt 549 Länderspielen zu 304 Siegen. Höhepunkte waren der Gewinn des Europameistertitels 1981 in Split sowie jeweils dritte Plätze bei der WM 1982 in Guayaquil/Ecuador und bei den Olympischen Spielen zwei Jahre später in Los Angeles.

Da Wasserball für ihn offenbar einer Droge gleichkommt, ist er als Pensionär noch für den Welt-Schwimmverband tätig. Über die Veranstaltung in Chemnitz fand Fioriu, der am kommenden Mittwoch seinen 76. Geburtstag feiert, nur lobende Worte. „Anfangs bin ich wegen der kleinen Halle etwas skeptisch gewesen. Doch es war ein großartiger Abend“, betonte der Funktionär. Dies habe er auch in seinem Bericht an die Fina so dargestellt. „Die Organisatoren haben unter bescheidenen Voraussetzungen viel bewegt“, ergänzte Fioriu.

Ihm sei zudem aufgefallen, dass sich Chemnitz positiv entwickelt hat. „Alles ist sehr sauber. Das war schon 1962 der Fall, nur damals wirkte die Stadt trister.“ Und mit einem Augenzwinkern fügte die Wasserball-Legende hinzu: „Was der Stadt Chemnitz fehlt, ist eine moderne Schwimmhalle.“

Abgelegt in: Aktuelles/News

Kommentar hinterlassen

Um Kommentare verfassen zu dürfen müssen Sie sich einloggen.