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Donnerstag, 18. November 2010

8:19-Niederlage gegen Brescia muss Weckruf sein

LEN-Trophy.: Enttäuschte 04-Fans verlassen Halle fluchartig

Berlin. Am liebsten hätten Spieler, Trainer und Verantwortliche der Wasserfreunde Spandau 04 am Samstagabend in der Schöneberger Schwimmhalle den Mantel des Schweigens über das zuvor in 32 Minuten effektiver Spielzeit Erlebte gedeckt. Die rund 400 Zuschauer taten genau das. Sie quittierten die 8:19-Heimniederlage ihres Teams in der Achtelfinal-Hinpartie der LEN-Trophy gegen Italiens Liga-Vierten Leonessa Brescia nicht mit einem Pfeifkonzert. Sie erhoben sich einfach still und leise von ihren Plätzen auf der Tribüne und an den VIP-Tischen am Beckenrand und verließen fast fluchtartig die Schöneberger Schwimmhalle – es hatte ihnen die Sprache verschlagen. Binnen Minuten war die Sportstätte leer.

Nur theoretisch ist Spandau 04 Berlin als letztes deutsches Männerteam noch nicht aus dem internationalen Rennen, denn am 18. Dezember findet schließlich in der Lombardei das Rückspiel statt. Das freilich ist selbst für notorische Megaoptimisten nur noch Formsache. Nachdem die Wasserfreunde, wie übrigens auch Brescia, in der Vorsaison noch im Halbfinale der LEN-Trophy standen und dort am späteren Sieger VA Cattaro (Montenegro) scheiterten, sind sie jetzt – die Vorwegnahme sei erlaubt – wieder mal früh raus.

Dabei hatte Präsident Hagen Stamm verkündet, dass der viermalige Meistercup-Gewinner der 80er endlich „international wieder angreifen“ wolle. Der aus Neapel zurückgekehrte Kapitän Marc Politze sprach gar vom Triple aus Meisterschaft, Turbo-Cup und LEN-Trophy. „Das muss unser Anspruch sein. Da sind wir wie der FC Bayern“, sagte er. Nun muss diese Niederlage ein Weckruf sein.

Die Ergebnisse allerdings sagen hier wie da anderes. Von dem erwarteten „Duell auf Augenhöhe“ (Politze) war gegen Brescia rein gar nichts zu sehen. Manager Peter Röhle sprach von einer „Hinrichtung“. Das Rätseln über den desaströsen Auftritt ist so groß, dass die Ursachenforschung dafür noch gar nicht richtig begonnen hat. Besinnung tut not, aber man darf sich damit nicht zu viel Zeit lassen, will man die Kurve kriegen.

„So etwas habe ich in mehr als 30 Jahren Spandau noch nicht erlebt. Das war nicht mal ein Untergang mit fliegenden Fahnen, das war ein Untergang ohne alles“, schüttelte Hagen Stamm den Kopf. „Man muss sich fast schämen vor den treuen Fans, den Ehrengästen und Sponsoren für das, was da vom eigenen Team geboten wurde.“

Auch das war in der Tat eine bittere Nebenwirkung der heftigen Klatsche: die, um deren Zuwendung und Aufmerksamkeit man kämpft, bekamen alles andere als Wasserball-Werbung geboten. So saßen zum Beispiel DOSB-Ehrenpräsident Manfred von Richthofen und LSB-Präsident Klaus Böger am Beckenrand, um den Gastgeber anzufeuern.

Keiner der anwesenden Spandauer-Altstars konnte sich an eine ähnlich hohe Niederlage der Berliner seit Beginn der Erfolgsgeschichte im Jahre 1979 erinnern. „Gefühlt, war es das Schlimmste, was ich je erlebt habe“, sagte Manager Röhle, der als Torwart, Trainer oder Funktionär bei allen bisherigen Spandauer Erfolgen dabei war. „Ich weiß nicht, was mit der Truppe los war. Vor allem war es eine Mannschaft ohne Herz.“

Die Vorgabe, von der ersten bis zur letzten Minute zu kämpfen, wurde nicht erfüllt. „Wir waren nicht präsent, haben Fehler an Fehler gereiht. Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, so Röhle kritisch. Dass Weltklasse-Keeper Alexander Tchigir (42) nach seinem Armbruch vor drei Wochen nur Zuschauer war und durch Neuzugang Tim Höhne (23) ersetzt werden musste, konnte allein die Pleite nicht erklären. Das war nur einer von vielen Faktoren, die sich summierten. „Tim war dadurch letztlich einfach überfordert. Man darf den Ausgang nicht nur an ihm fest machen“, stellte Röhle fest.

Die Leistung vom LEN-Trophy-Heimturnier vor drei Wochen, als Spandau ohne Tchigir und mit Feldspieler Erik Bukowski im Tor gegen Florenz nach 1:6-Rückstand noch mit 14:12 gewann, konnte nicht wiederholt werden. „Diesmal hatte die Mannschaft nicht diese Moral“, resümierte Peter Röhle.

Die beste Zeit im Spiel Novocelac-Schützlinge sei die gewesen, als sie vier Minuten lang nach Wasserverweis von Nationalspieler Moritz Oeler in Unterzahl agieren mussten und kein Tor der Italiener zuließen. Das Team ist nun gefordert: Das ist am 25. November (20.30 Uhr) beim Gastspiel in Wedding wieder im Einsatz, weil zuvor Auswahlaufgaben in der EM-Qualifikation (20.11. in Hannover gegen Slowenien) anstehen.

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